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Lichterlöschen im D2!

von

Emanuel Armbruster

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Was war das für eine Saison? Anfang Juni wurde das D2 von ihrem neuen Trainer Emanuel Armbruster übernommen. Das ganze Team war ein zusammengewürfelter Haufen. Das Chaos war Programm, Unihockey wurde nur am Rande gespielt. Als allererstes musste Struktur und Disziplin aufgebaut werden. Viele der Spieler kamen von den E-Junioren oder spielten das erste Mal Unihockey. Wie sollte aus diesem Hühnerhaufen jemals ein Team werden?

Als die Saison begann, waren die jungen Riders noch alles andere als ein Team. Wir verloren Spiel um Spiel. Ja, wir waren die Lachnummer der Liga. Doch die Strukturen und die neue Disziplin zeigten immer mehr ihre Wirkung. Als dann mit Ansgar Wavrousek noch ein zweiter Trainer als Unterstützung kam, wurde das Training immer professioneller. Dies merkte man auch auf dem Spielfeld. Auf einmal begannen die Riders als Team aufzutreten. Sie hielten zusammen und spielten von Spiel zu Spiel immer besser. Viele Spiele verloren wir nur knapp, doch man merkte, dass der erste Sieg nicht mehr lange auf sich warten lassen kann. Im 13. Spiel war es endlich soweit! Zürichsee Unihockey wurde mit 7:2 vom Platz gefegt! Nach der tollen Vorstellung gegen die Altendörfler, wo man bis kurz vor Schluss das Unentschieden halten konnte und am Ende nur knapp verlor, folgte der nächste Sieg gegen UHCevi Gossau. Die Gossauer konnte man sogar mit einem 13:1 nachhause schicken.

Doch die Meisterschaft war noch nicht zu Ende. Zwei Spiele waren noch zu bestreiten. Noch zwei Spiele gegen zwei Gegner, die in unserer Reichweite lagen. S-G Wetzikon, gegen Sie haben wir zwar zweimal verloren aber jeweils nur mit einem Tor unterschied und gegen Zürichsee Unihockey. Beide sollte man schlagen können. Falls uns dies gelingen sollte, hätten wir definitiv die rote Laterne abgegeben und die Saison hätte ihren versöhnlichen Abschluss genommen. Diese Siege mussten unser Ziel sein!

Die zwei Spiele fanden ausnahmsweise an einem Sonntag statt. Leider war es auch gerade der Sonntag, den viele «Weisser Sonntag» nennen. An diesem Tag gehen viele Kinder zur Kommunion. Viele Teams waren mit einer kleineren Truppe angereist. Auch bei uns waren vier Kinder in der Kirche und nicht auf dem Spielfeld. Zu unserem grossen Pech, verstauchte sich Moritz am Abend vor dem Spiel auch noch den Finger. Mit fünf Spielern weniger mussten wir das Team zusammenstellen. Doch die Motivation unser Ziel zu erreichen, war fast grenzenlos!

Spiel 1, S-G Wetzikon:

Das Spiel begann wie wir uns das vorgestellt haben. Lucian schoss uns mit einem schönen Tor mit 1:0 in Führung. Eine ganze Weile lang konnten wir diese Führung halten. Doch wir wurden von den Wetzikern immer stärker unter Druck gesetzt. Mit so viel Widerstand haben die jungen Riders nicht gerechnet. Wetzikon konnte die Führung mit einem 1:2 übernehmen. Jetzt mussten wir uns zusammenreissen und das Spiel wieder unter Kontrolle bringen. Die Standpauke der Trainer hat geholfen! Jetzt dominierten wir das Spiel wieder. Selvan buchte das 2:2, David das 3:2 und Robin das 4:2. Die Riders waren wieder da! Leider konnten wir diese Führung, bis zur Pause, nicht weiter ausbauen. So stand es zum Pausentee 6:4 für uns. Die erste Halbzeit war harzig aber mit einer konzentrierten Leistung, sollte dieser Sieg nachhause gefahren werden. Leider war die Konzentration nach der Pause weg. Die Wetziker schossen Tor um Tor! 6:5, 6:6, 6:7 und auch noch das 6:8! Nach nicht mal der Hälfte der Zeit hatten wir unseren Vorsprung verspielt! Diesen Rückstand konnten wir bis zur Sirene nicht mehr wettmachen. So verloren wir unsere Chance die rote Laterne noch abzugeben mit 8:10. Die Wetziker spielten sehr aggressives Unihockey und brachten uns damit aus dem Konzept. Wir waren danach nicht mehr in der Lage zu reagieren.

Fazit der Trainer: «Wir haben gekämpft, wir haben verloren. Ein schwieriges Spiel mit einer reduzierten Mannschaft. Das Spiel war offen und hätte auch auf unsere Seite kippen können. Doch wir müssen lernen, dass wenn uns der Gegner mit einer harten Spielart provoziert, dass wir die Konzentration dadurch nicht verlieren dürfen und die Wut im Bauch in Energie auf dem Feld umwandeln müssen. Daran müssen wir noch arbeiten. »

 

Nach dieser Niederlage, war die rote Laterne nicht mehr abzuwenden. Die Riders vom D2 waren und bleiben auf dem letzten Platz. Doch ein Spiel gab es noch. Auch wenn wir den letzten Platz nicht mehr abgeben konnten, so konnten wir doch unsere Ehre retten und wenigstens als Sieger in die Sommerpause gehen. Noch einmal volle Konzentration, noch einmal alles geben. Dies war nun unser eigener Playoff-Final! Und diesen Final wollten wir unbedingt gewinnen!

 

Spiel 2, Zürichsee Unihockey

Bereits in der Pause zwischen den Spielen merkte man den Spielern eine extreme Unruhe an. Es war den beiden Trainern fast nicht mehr möglich Ruhe ins Team zu bringen. Vermutlich lag es daran, dass sich unser Goali Kevin, der schon die B-Junioren zum Sieg gehext hat, verletze. Seine Knie machten es einfach nicht mehr mit. So mussten wir kurzfristig Julian ins Tor stellen. Julian war bis jetzt noch nie im Tor. Dies verunsicherte vermutlich die Spieler sehr. Vielleicht war aber auch nach der verlorenen, letzten Chance die Luft einfach draussen und die Spieler mit den Köpfen schon in der Badi oder am Strand. Doch dieses letzte Spiel musste noch gespielt werden! Nach zwei, drei bösen Worten von Trainer Emanuel, kehrte wenigstens ein bisschen Ruhe ein.

Das Spiel begann wie die Pause war: unruhig und unkonzentriert. Die Unihockeyaner vom Zürichsee nutzten dies schamlos aus und gingen nach wenigen Minuten bereits mit 0:3 in Führung. Dies wäre der Zeitpunkt gewesen, um ein Timeout zunehmen. Leider gibt es bei den D-Junioren noch keine Timeouts. Die Trainer forderten die Spieler auf sich zu konzentrieren und nochmals alles zu geben! Denn es war noch nichts verloren. Die Worte zeigten leider keine Wirkung. Zürichsee ging mit 1:5 in Führung. Wenigstens der erst Block merkte jetzt, dass sie Vollgas geben müssen und konnten tatsächlich nochmals die Hoffnung zurückbringen. Selvan schoss das 2:5, Robin das 3:5 und nochmals Selvan zum 4:5. Die Riders waren wieder dran! Leider gelang dem Gegner kurz vor Schluss noch das 4:6. Mit diesem Resultat ging es in die Pause. Zur Pause packte der Trainer Emanuel noch ein kleiner, psychologischer Trick aus. Er versprach allen Spielern, bei einem Sieg, 10 Panini-Bilder! Aber nur bei einem Sieg. Diese Motivationsspritze zeigte auch gleich nach der Pause seine Wirkung! Robin buchte das 5:6, Lucian das 6:6 und Selvan schoss uns mit dem 7:6 das erste Mal in Führung! Jetzt wollten wir uns den Sieg nicht mehr nehmen lassen. Doch es waren noch 10 Minuten zu spielen. Zürichsee glich zum 7:7 aus, wir gingen wieder mit 8:7 in Führung, Zürichsee glich wieder aus 8:8. Robin brachte uns 4 Minuten vor Schluss mit 9:8 in Führung. Doch dann war die Luft bei allen raus! Die letzten Minuten brachen wir ein und Zürichsee gewann das Spiel mit 9:10. Auch dieses Spiel fand unter einem schwierigen Stern statt. Julien wurde ins kalte Wasser geworfen. Er hat die Erfahrung als Goali nicht doch dafür hat er sich wirklich gut geschlagen. Julian hielt uns lange im Spiel. Ihm möchten die Trainer besonders danken!

Fazit der Trainer: «Schade, wir hätten die Saison gerne mit einem Sieg abgeschlossen. Das Glück war heute nicht auf unserer Seite»

 

«Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt»
– Gotthold Ephraim Lessing († 15. Februar 1781, war ein bedeutender Dichter der deutschen Aufklärung)

 

Lichterlöschen beim D2

Somit ist die Saison zu Ende. Nun kommt der emotionale Teil. Ansgar und ich (Emanuel) möchten uns bei allen Spielern, Müttern, Vätern, Nannys und allen anderen die uns unterstütz haben bedanken. Es war eine super Zeit in einem super Team. Es hat uns sehr viel Spass gemacht mit den Kinder zu arbeiten. Jeder einzelne von Ihnen hat einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Die Entwicklung war grossartig. Wir wären überzeugt, dass wenn wir nochmals ein Jahr mit demselben Team spielen könnten, wir definitiv nicht mehr Letzter wären. Auch wenn die letzten beiden Spiele verloren gingen, am Ende hatten wir ein Team und kein Hühnerhaufen mehr.

Wir wünschen allen, die wir nächste Saison nicht mehr betreuen, alles Gute für die Zukunft. Macht genau so weiter! Ihr seid tolle Kinder, ihr seid die Riders vom D2!

Mit sportlichen Grüssen, Eure zwei, etwas verrückten Trainer J

 

FB Riders – UHC S-G Wetzikon 8:10 (6:4)

(Tore: Robin 4:2 6:3 7:8, Selvan 2:2, David 3:2 5:2 8:10, Lucian 1:0)

 

FB Riders – UHCevi Gossau 9:10 (4:6)

(Tore: Robin 1:3 3:5 5:6 9:8, Selvan 2:5 4:5 7:6, David 8:7, Lucian 6:6)

 

Torschützenliste Saison 2015/16

 

Rang Vorname Nachname Spiele Tore Durchschnitt
1. Robin Hickel 17 35 2.06
2. Selvan Fuster 17 17 1.00
3. David Kuster 15 15 1.00
4. Lucian Domeisen 15 8 0.53
5. Moritz Lang 15 6 0.40
6. Julian Kessler 16 3 0.19
7. Raphael Peter 12 2 0.17
8. Lucius Peter 13 2 0.15
9. Leandro Martelli 11 1 0.09