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Knapp an der Überraschung vorbeigeschrammt

von

Andrea Benz Altenburger

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Die KF-Damen unterliegen im Cup-Achtelfinal Cevi Gossau mit 6:7. Die Entscheidung fiel erst rund zweieinhalb Minuten vor Schluss zugunsten des Serienmeisters der letzten fünf Jahre.

Einen solchen Menschenauflauf hat die Mehrzweckhalle Blatt in Tann an einem gewöhnlichen Mittwochabend wohl auch noch nie erlebt: Über 100 Zuschauerinnen und Zuschauer, teils mit Trommeln und Transparenten ausgerüstet, liessen es sich nicht nehmen, dem Ligacup-Achtelfinal zwischen den FB Riders und Cevi Gossau beizuwohnen. Auf dem Papier war die Ausgangslage klar: Auf der einen Seite die Gossauerinnen, die sich in den letzten fünf Jahren fünf Meistertitel und zwei Cupsiege gesichert hatten und bereits wieder von der Tabellenspitze grüssen. Auf der anderen Seite das Heimteam, das in der vergangen Saison zum ersten Mal überhaupt die Playoff-Qualifikation geschafft hatte und in der neuen Meisterschaft den Tritt noch nicht so richtig gefunden hat. Doch mit Statistiken ist das bekanntlich ja so eine Sache – meist sind sie nur so viel Wert wie das Papier, worauf sie gedruckt sind.

Mit diesem Wissen und dem Selbstvertrauen aus der letztjährigen Meisterschaft – die Ritterinnen haben damals Gossau mit einem 8:7-Sieg und einem 5:5-Unentschieden drei Punkte abgeluchst – witterte der Underdog seine Chance. Folglich liessen sich die Riders auch nicht von einem frühen 0:1-Rückstand in der fünften Minute aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Als Antwort folgte ein souveräner Doppelschlag zum 2:1. Eine Führung, die bis zur ersten Pause nicht mehr aus der Hand gegeben wurde. Auf Seite der Gäste konnte man nach 20 Minuten etwas Ratlosigkeit in den Gesichtern lesen. Doch Gossau wäre nicht Gossau, wenn da nicht eine Reaktion erfolgt wäre. Mit zwei schnellen Toren im Mittelabschnitt drehten die Favoritinnen die Partie, die Riders blieben ihnen aber auf den Fersen und schafften kurz vor Spielmitte erneut den Ausgleich.

So ging es dann weiter: Cevi legte vor, die Riders zogen nach – bis zum Spielstand von 6:6. Die Zuschauer bekamen beste Unterhaltung geboten. Sechs Minuten waren noch zu spielen, die Spannung stieg. Sollte es gar zur Verlängerung kommen? Nein. Gossau gelang rund zweieinhalb Minuten vor der Sirene der siebte Treffer und konnte sich danach aufs Zeitspiel beschränken. Alle Bemühungen der Riders, noch eimal den Ausgleich zu erzielen, scheiterten. Besonders bitter: ein Lattenschuss wenige Sekunden vor Schluss. Somit zieht Gossau nach einer – aus Favoritensicht – Zitterpartie in den Cup-Viertelfinal ein. Die Riders verpassen die Überraschung haarscharf. Aber knapp daneben ist eben auch vorbei.

Autorin: Monika Reinhard / Archivbild: André Burri