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Cup-Abenteuer der Riders-Herren ist zu Ende

von

Remo Huber

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Aller guten Dinge sind drei. So lautete das Motto der Riders-Herren bei ihrer 3. Cuprunde, konnte das Team in den ersten beiden Spielen bereits zwei höherklassige Mannschaften aus dem Weg räumen. Die “Road to Bern” wurde diesen Sonntag jedoch ausgerechnet durch ein Berner Team jäh gestoppt.

Das lange Warten hatte diesen Sonntagnachmittag ein Ende. Die über mehrere Wochen hart vorbereitete Cup-Partie Nummer 3 stand auf dem Programm. Endlich wieder Unihockey in der Sporthalle Schwarz. Nachdem die Ritter die ersten beiden Spiele des Schweizer Unihockey Cups gegen den UHC Wyland und die Kadetten Schaffhausen, beides 3. Ligisten, jeweils knapp mit nur einem Tor Unterschied gewinnen konnten, fanden nun die Hornets Regio Moosseedorf Worblental (2. Liga) seinen Weg in den Rütner Unihockey-Tempel. Die Devise fürs Heimteam war klar, mit Herz und Hand zum Sieg, es gibt nichts zu verlieren!

 

Nach dem offiziellem Einlauf mit pushender Musik und Partynebel gings auf in die Schlacht um Cuprunde 4. Der eine oder andere Riders-Akteur dürfte sich diese Stimmung vom Vortag noch gewohnt gewesen sein, gab doch nach 3 Jahren Unterbruch in Zürich die “Techno-Fasnacht” sein Comeback. Von übersäuerten Tanzbeinen war dann aber vorerst nichts zu sehen. Von Beginn weg wurden harte aber faire Zweikämpfe geführt. Die Riders konnten sofort das Tempo des Berner Gegners aufnehmen und mithalten, auch wenn der Ball öfters im Besitz der orangefarbenen Gäste war. Dennoch kamen die Riders zur ersten hochkarätigen Chance. Neo-Kapitän Lippi fasste sich mit seiner neuerworbenen Leuchtbinde um seinen prallen Bizeps ein Herz und knallte die weisse Kugel – tätsch-päng-Märäng– an den gegnerischen Käfig. Boboli-Brägger, welcher seit vergangener Woche bezüglich Fussbeschwerden jammert meinte nach Spielschluss sogar den Ball im Gehäuse gesehen zu haben, ohne “VAR” wird dies vor dem internationalen Unihockey Gerichtshof aber leider schwierig zu beweisen sein. 

Das Spiel war munter, Moosseedorf nahm erwartungsgemäss nach und nach das Szepter in die Hand und erhöhte den Druck. Das defensiv eingestellte Heimteam machte vor Goalie Roos bis zur 15. Minute aber einen hervorragenden Job. Ganz wie die Berner Gäste vor der Halle, parkte das Heimteam den Bus vor Schlussmann Roos und liess wenig zu. Plötzlich musste der Rütner Torhüter dann jedoch trotzdem hinter sich greifen. Ein aus dem Hinterhalt abgefeuerter Schuss fand etwas unglücklich den Weg ins Tor. Kurz darauf bot sich den Riders aber gleich eine riesige Ausgleichschance. Filigrantechniker Frodo durfte sein Glück mutterseelenalleine gegen den gegnerischen Goalie versuchen. Ein Penaltypfiff nach einem Konter der Riders ermöglichte dies. Der Spieler-Trainer und Dribbelkünstler nahm sich Zeit für den Weg Richtung Tor, viel Zeit. Er suchte die Lücke, täuschte den Schuss an, lief weiter, tänzelte nach rechts huschte scharf nach links und scheiterte schliesslich leider am Berner Torhüter. Schade wars. Mit 0:1 Rückstand gings zum ersten Mal in die Garderoben, die Riders noch voll mit dabei im Rennen um den Sieg.

 

Im zweiten Drittel drückte der Gast aus dem Berner Mittelland sofort aufs Gas und presste wie von der Hornisse gestochen intensiv nach vorne. Es entpuppten sich allmählich „Horny Hornets“ aus dem Kokon. Noch in der ersten Minute konnten sie das Score auf 2 erhöhen, ein Dämpfer mit Folgen gleich nach Wiederanpfiff. Auf der anderen Seite des Spielfeldes geling nun immer weniger. Vale, der am Freitag unweit vom Geschehen mit vielen Teamkameraden noch seinen 30. Geburtstag feierte (nochmals ein Dankeschön für die tolle Feier), kam aus guter Position zu einem Abschluss. Sein Visier hatte der teaminterne Kondi-Trainer allerdings eher auf ein Fussballtor eingestellt, verfehlte das Geschoss doch um einiges das Ziel. Nur noch selten kam nun noch ein Riders-Angriff zustande, gefährlich wurde es praktisch nie. Auch die sonst sonst so gefährliche Flügelzange Diggelmann-Schmid war dieses Wochenende definitiv talentierter im Bierverkauf an der Street Parade wie mit offensiver Kreativität auf dem Spielfeld. Individuelle Unachtsamkeiten in der Defensive führten in der 32. und 36. Minute schliesslich zu einer auf vier Tore ausgebaute Führung der Berner Equipe. Und kurz darauf kam es noch Dicker. Duracell-Häsli Waldi verletzte sich in einem harten Zweikampf am Knie und konnte fortan nicht mehr mittun. Wir hoffen an dieser Stelle auf eine schnelle Genesung!

Gegen Drittelsende bot sich den Riders dann nochmals eine einmalige Gelegenheit zur Rückkehr in die Partie. Gleich zwei Orangene setzten sich auf den Strafstuhl, doppelte Überzahl also. Doch das Powerplay war nicht von Erfolg gekrönt. Trotz engagiertem Auftritt fand der Ball den Weg nicht ins Tor, so ging es mit dem Spielstand von 0:4 in die zweite Drittelspause.

 

Mit dem Rücken zur Wand und letzter Energieladung aus der Kabine preschten die Lokalmatadoren zurück aufs Feld. Doch den Züri-Oberländern wollte an diesem Tag offensiv mit dem vom Gegner wenig zugestandenen Ballbesitz nichts Zählbares gelingen. Zu ungenau waren die Pässe, zu wenig Druck konnte auf das gegnerische Tor aufgebaut werden, die weisse Kugel wollte den Weg ins Netz an diesem Sonntagnachmittag nicht finden. Der Pfeffer war draussen bei den Riders. So kam es dann auch zum Paukenschlag, beziehungsweise innert dreier Spielminuten zu drei Toren der Hornets und somit zur absoluten Entscheidung des Spiels. Darauffolgend versuchten es die Riders fortan mit 6 Feldspielern, um sich bei den zahlreichen Fans mit einem Ehrentor zu bedanken. Doch es sollte ein unmögliches Ding bleiben. Stattdessen gab es von den Gästen in den Schlussminuten noch eine Packung obendrauf mit einem Mix aus “Empty-Nettern” und Abschlusseffizienz. 0-11 lautete das harte und klare Resultat nach 60 Minuten. Es sei gesagt, dass ohne Schlussmann Roos die Partie auch noch hätte schlimmer ausgehen können, parierte der junge Rütner Torwart doch einige Male glamourös.

 

Nach Spielschluss und einiger Minuten des Verdauens ging es an die Dürntner Chilbi zur Matchanalyse bei Wurst und Bier. Wadenbeisser-Wiesel Meier brachte es kurz auf den Punkt “Wir hätten wohl lieber den Gegner statt unseren Goalie rausgenommen, um noch ein Tor zu erzielen”. Point Trachsel, welcher einer Hornisse wenigstens ein Tunnel schieben konnte, kürte sich mit dieser Aktion anhand einer unabhängigen Zuschauerumfrage zum inoffiziellen „Best Player“ des Heimteams. Und spätestens beim Besuch der Reitschule, hatte auch der letzte Rider wieder ein Lachen auf dem Gesicht an diesem Abend. 

 

FB Riders – Hornets Regio Moosseedorf Worblental 0:11 (0:3, 0:1)
Sporthalle Schwarz, Rüti
Strafen: 2x 2 Minuten (FB Riders), 5x 2 Minuten (Hornets)

Aufstellung:
Roos, Trachsel, Meier, Egli, Diggelmann, Schmid
Schlüssel, Weber, Walder, Mäder, Leemann
Lippi, Rutishauer R., Rutishauer L., Holdener, Blaser
Peter, Eicher, Huber